Projekt 52: Oktober

Pretty Little Liars

Diesen Monat mal ein bisschen anders, keine einzelnen Bücher, sondern ein Text zu allen Büchern. Das hat den ganz einfachen Grund, dass ich im Oktober nichts anderes als die Pretty Little Liars-Serie gelesen habe. Und 13 einzelne Reviews zu einer Geschichte zu machen, ist ja irgendwie albern.

Zur Geschichte: Alison DiLaurentis verschwindet eines Nachts spurlos, nach einem Abend mit ihren 4 besten Freundinnen. 3 Jahre später beginnen die 4 Mädchen, die sich in der Zwischenzeit auseinandergelebt und sehr verändert haben, mysteriöse Nachrichten von “A” zu bekommen. Darin werden sie damit bedroht, dass ihre Geheimnisse verraten werden. Geheimnisse von früher, die nur Alison kannte und neue Geheimnisse, die eigentlich niemand wissen sollte. Es stellt sich also die Frage, wer hinter “A” steckt, was mit Alison passiert ist und was für furchtbare Geheimnisse sich so über die Zeit angehäuft haben.

Nachdem ich irgendwann im Sommer mit der darauf beruhenden Serie angefangen habe, wollte ich auch die Bücher mal lesen. Und dann konnte ich ziemlich schnell nicht mehr aufhören, weil sie doch recht fesselnd waren. Man will eben wissen, wer A ist, genau wie in der TV-Show (die gerade eine mir gar nicht gefallende Wendung genommen hat). Nach dem 8. Buch gibt es ein Nachwort der Autorin, in dem sie vom Ende der Serie schreibt. Das scheint sich aber dann irgendwie geändert zu haben, mittlerweile gibt es nämlich schon 13 Bücher. Aus irgendeinem Grund hat sie also weitergeschrieben und meiner Meinung nach hätte sie das lassen sollen. Das Ende des 8. Teils ist gut, alle Erzählstränge sind zu Ende erzählt und quasi alle Geheimnisse gelöst. Ab Teil 9 gefielen mir die Geschichten nicht mehr. Die einzelnen Storys sind mir zu absurd und die Geheimnisse zu “böse”, man kann irgendwie nicht mehr so richtig mit den Mädchen mitfühlen, weil die alle so einen abstrusen Mist gemacht haben. Außerdem gibt es irgendwann so viele Verweise auf die Handlung der vorherigen Bände, dass es sich nicht mehr schön lesen lässt. Alle Rückgriffe werden nämlich ausführlich erklärt, was für jemanden, der quasi alle Bücher am Stück liest, ziemlich nervig ist.
Ändert aber nix daran, dass ich erfahren will, wie es weitergeht, also werde ich vermutlich die Bände 14-??? (hoffentlich nicht zu viele) auch noch lesen, wenn sie veröffentlicht werden. Ich dachte übrigens, bevor ich mit dem Lesen anfing, dass es 12 Bände gibt und die Geschichte damit abgeschlossen ist. Jetzt muss ich warten, das mag ich ja auch so gar nicht.

Falls jemand die ersten 8 Bücher lesen will (echt jetzt, nicht weiterlesen, einfach die Geschichte danach für beendet erklären), hier gibt es die ersten 4 Bücher im Set. Ein Handlungsbogen zieht sich übrigens immer über 4 Bücher, nur eins lesen dürfte unbefriedigend sein.

Sehr gut war diese Teeniebuch-Exzess-Leserei allerdings für die Projekt 52-Statistik: 13 Bücher im Oktober, angefangen ganz brav bei Woche 40/Buch 40. Also jetzt Woche 44 und Buch 52. Jahresziel erreicht!
Für die nächsten Monate nehme ich mir dann vor, nach diesem seichten Gedöns mal wieder ein paar anständige Bücher zu lesen. Also was für die Germanistik-Leseliste. Juchu!

Projekt 52: September

Woche 38, Buch 37: The Cuckoo’s Calling von Robert Galbraith
J.K. Rowlings 1. Krimi Cuckoo
Der erfolgslose Privatdetektiv Cormoran Strike wird von einem gestressten Anwalt um Hilfe gebeten, der meint, dass seine Schwester, ein erfolgreiches Model, nicht Selbstmord begangen hat, sondern umgebracht wurde. Strike nimmt den Fall erst nur an, weil er dringend das Geld braucht. Nach und nach stoßen er und seine neue Assistentin aber auf einige Unklarheiten und beginnen, tiefer zu graben.

Ein schöner Krimi! Nicht rasant-blutig, sondern angenehm ruhig, mit toll beschriebenen Charakteren. Rowlings Krimi-Debüt ist definitiv gelungen, ich freue mich auf mehr Geschichten von Cormoran Strike. Ich hoffe, es wird noch mehr geben!

Woche 39, Buch 38: Faust I. von Johann Wolfgang von Goethe
Das neue Semester steht vor der Tür, unter anderem tu ich ja auch mal so, als ob ich Deutsch studiere und dafür gibt es eine wunderschöne Leseliste aus gefühlten 700 Klassikern der deutschen Literatur (und 10 Büchern aus den letzten 15 Jahren). Die sollte man am Ende des Studiums gelesen haben. Also sollte man mal damit anfangen. Also habe ich mir den neuerdings spottbilligen kleinen Kindle gekauft und wild Bücher draufgeladen, unter anderem das halbe Werk von Goethe.

Die Geschichte von Faust kennt man ja so ungefähr. Der alternde Wissenschaftler ist unzufrieden mit seiner Arbeit und seinem Leben, experimentiert ein bisschen herum und schließt dann einen Pakt mit dem Teufel. Eine Hexe zaubert ihn dann jung, er verliebt sich in Gretchen, zieht sie mit ins Unglück, Drama, Drama.
Ich brauche einen Lektüreschlüssel. Und ich mag die Versform nicht. Aber man sollte auch dieses Buch wohl gelesen haben.

Woche 39, Buch 39: Das Amulett von Conrad Ferdinand Meyer
Hans Schadau, einen Protestant aus der Schweiz, zieht es nach Paris, wo er unter Admiral Coligny in den Krieg ziehen will. Unterwegs trifft er den jungen Katholiken Bartholomäus, der ihm sein Amulett der Muttergottes von Einsiedeln zeigt und erzählt, wie es ihn von seiner Kinderlähmung geheilt hat. In Paris verliebt er sich in die Nichte des Admirals und wird ihretwegen in einen Fechtkampf verwickelt. Eines Nachts werden alle Protestanten in Paris auf Befehl des Königs ermordet, Schadau kann sich und seine Verlobte mit Bartholomäus’ Hilfe retten und kehrt mit ihr in die Schweiz zurück.

Die Novelle von Conrad Ferdinand Meyer erzählt die historische Begebenheit des Genozids an den Hugenotten 1572 in Paris, als die Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken endgültig eskalierten. Gleichzeitig erzählt er die Geschichte zweier junger Männer, die trotz der Feindschaft ihrer Konfessionen Freunde werden. Eine interessante Geschichte über den Konfessionskrieg und ein Literaturklassiker, zumindest laut unserer Leseliste. Kann man mal lesen, sonderlich spannend ist es aber nicht.

Projekt 52: August

Woche 32, Buch 34: To Kill a Mockingbird von Harper Lee
Klassischer SüdstaatenromanMockingbird
Scout Finch ist ein kleines Mädchen in eine verschlafenen Kleinstadt in den Südstaaten Amerikas in den 30ern. Zusammen mit ihrem großen Bruder Jem und ihrem Freund Dill versucht sie in den Ferien das Geheimnis um “Boo” Radley zu ergründen, einem geheimnisumwobenen Menschen, den niemand in den letzten Jahren gesehen hat, der aber angeblich noch im Haus am Ende der Straße wohnt. Ihr Vater Atticus ist ein Anwalt, der einen Schwarzen in einem Vergewaltigungsprozess verteidigt, was in der konservativen Stadt für viel Ärger sorgt.

Harper Lee hat eine tolle Geschichte über die Probleme zwischen Schwarzen und Weißen, Armen und Reichen in den Südstaaten Amerikas geschrieben, alles erzählt aus der Perspektive einer Sechsjährigen, der er schwerfällt, sich in dieser komischen Welt der Erwachsenen zurechtzufinden, zumal ihr Vater eigentlich nicht den Vorstellungen der anderen Menschen entspricht. Ein sehr ruhiges Buch, nur am Ende wird es ein bisschen aufregend, das macht es aber nicht schlecht. Das Buch zählt zu den großen Klassikern amerikanischer Literatur und man sollte es wohl mal gelesen haben, finde ich.

Woche 33, Buch 35: The Carrie Diaries von Candace Bushnell
Der 1. Teil der Prequel-Serie zu Sex and the City Carrie Diaries
The Carrie Diaries erzählt die Geschichte von Carrie Bradshaws Highschool-Zeit, als sie noch in einer kleinen Stadt in der Nähe von New York wohnt und in ihr Tagebuch schreibt, anstatt in ihrem schicken Manhattan-Appartment an ihrer Kolumne zu arbeiten.

Eine schöne Urlaubsgeschichte. Das Buch ist ein Jugendroman und das merkt man auch. Es ist keine große Literatur, es kommt nicht allzu viel Spannung auf und die Sprache ist eher einfach. Für Fans von Sex and the City aber ein lesenswertes Buch.
Die darauf basierende TV-Serie ist übrigens auch ganz nett. Highlight sind dort die Klamotten!

Woche 33, Buch 36: Summer in the City von Candace Bushnell
Der Nachfolger von The Carrie DiariesSummer City
Carrie ist endlich in New York und kann ihrem großen Traum vom Schreiben näherkommen. Der Schreibkurs, den sie besucht, ist allerdings doch nicht wirklich etwas für sie und außerdem ist sie sehr damit beschäftigt, verschiedene Männer und die damit einhergehenden Probleme kennenzulernen. Das Ende leitet zu der großen Carrie aus Sex and the City über.

Auch hier: Ein nettes Buch. Insgesamt ist die Story ein wenig unglaubwürdiger als The Carrie Diaries, aber dafür auch ein bisschen spannender und wir lernen die späteren besten Freundinnen kennen. Ansonsten ähnelt es The Carrie Diaries sehr.

Projekt 52: Juli

Woche 27, Buch 31: The Fault In Our Stars von John Green
Wunderschön! Fault
Die 16jährige Hazel hat Schilddrüsenkrebs und nicht mehr lange zu leben. In einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Jugendliche, zu der ihre Mutter sie geschleppt hat, trifft sie Augustus, der wegen eines Knochentumors nur noch ein Bein hat und beginnt, sich mit ihm zu treffen, was für Hazel anfangs sehr schwer ist, weil sie Angst hat, enge Bindungen zu anderen aufzubauen, weil sie ja irgendwann sterben wird.

Ein tolles Buch! Eine wunderschön erzählte Geschichte von einer ersten Liebe, der Suche nach dem Autor eines wunderschönen Buchs ohne Ende und der Tatsache, dass Krebs ziemlich scheiße ist. Selten kitschig, meistens lustig und sehr ehrlich. Unbedingt lesen!

Woche 30, Buch 32: Marilyn Monroe von Norman Mailer
Biographie-Roman mit Foto-Biographie Marilyn
Im Vorwort erklärt Norman Mailer, dass niemand Marilyns Leben wirklich erzählen kann, weil sie selbst zig verschiedene Geschichten über ihre Kindheit und Jugend hatte, also schreibt er keine Biographie, sondern einen Roman. Dieser beginnt in Marilyns frühester Kindheit mit ihrem Aufwachsen in einer Pflegefamilie, einem Heim und Freunden der Mutter und führt über ihre ersten Modelversuche, verschieden gute Filmrollen und zahlreiche Liebesgeschichten bis zu ihrem tragischen frühen Tod.

Das Buch liest sich stellenweise ein bisschen zäh, gerade, wenn man nicht schon ganz furchtbar doll mit Marilyns Leben vertraut ist. Viele Ereignisse, viele Orte und noch viel mehr Personen, die teilweise so wenig charakterisiert werden, dass man irgendwann alle durcheinander wirft. Insgesamt aber eine interessante Geschichte. Was das Buch “lesenswert” macht, sind aber definitiv die Fotos von verschiedenen Fotografen aus verschiedenen Zeiten im Leben von Marilyn Monroe. Wunderschöne Bilder!
(Leider hier kein Link, weil ich die Ausgabe, die ich besitze, nicht finde. Hier ist eine Ausgabe mit Fotos von Bert Stern, von dem legendären letzen Shooting, am Pool und so. Ich finde aber gerade die Biopic-Form in meinem Buch so toll.)

Woche 31, Buch 33: Liebe und andere Schmerzen, herausgegeben von Jannis Plastargias
Ein Buch mit 16 Kurzgeschichten über die Liebe. Liebe Schmerzen
Eine Anthologie queerer Liebesgeschichten, als Beziehungen, die irgendwie von der Norm abweichen, so erklärt es Jannis im Vorwort. Im Buch zu finden sind Geschichten über die erste Liebe, die eine richtige Liebe nach dem Scheitern der ersten Versuche, die letzte Liebe, Monogamie in offenen Beziehungen, Objektophilie, Homophobie und vieles mehr, geschrieben von 14 ganz unterschiedlichen Autoren.

Ich finde es furchtbar schwierig, ein Buch zu beschreiben, das aus mehreren Geschichten besteht. Inhaltsangaben einzelner Geschichten sind ja irgendwie doof, eine Zusammenfassung kann man aber nicht machen, weil es wirklich grundverschiedene Geschichten sind. Aber eins kann man sagen: Es ist ein toller Mix! Geschichten zum Lachen, Weinen und nachdenklich werden. Tipp: Kaufen und mit in den nächsten Urlaub nehmen. Die kurzen Geschichten eignen sich perfekt zum zwischendurch lesen und dann ein bisschen darüber nachdenken!

Traumfresserchen, Traumfresserchen…

Mein Lieblingsbuch früher war das Traumfresserchen. Mama hat es mir immer vorgelesen, am liebsten jeden Abend. Und ich konnte jedes Wort mitsprechen. Es ist aber auch ein unglaublich tolles Buch!

In Schlummerland wird immer derjenige zum König gewählt, der am besten schlafen kann. Denn Menschen, die gut schlafen können, sind immer gute Menschen. Nun hat aber der aktuelle König eine Tochter, die nicht schlafen kann und das ist ein großes Desaster. Alle Ärzte und Professoren wissen keinen Rat, alle Einwohner werden gefragt, aber niemand kann helfen. Also zieht der König selbst los und findet am Ende, als er schon fast aufgegeben hat, das Traumfresserchen. Das kommt immer, wenn man es ruft, den Spruch dafür schreibt er dem König auf:

“Traumfresserchen, Traumfresserchen,
komm mit dem Hornmesserchen,
komm mit dem Glasgäbelchen,
sperr auf dein Schnapp-Schnäbelchen.
Träume, die schrecken das Kind,
die lass dir schmecken geschwind.
Aber die schönen, die guten sind mein,
drum lass sie sein.
Traumfresserchen, Traumfresserchen,
dich lad’ ich ein”

Von nun an schläft die kleine Prinzessin Schlafittchen nie mehr schlecht und dem ganzen Land geht es wieder gut.

Den Spruch kann ich bis heute auswendig, und es sind sicher mindestens 15 Jahre her, seit mir Mama das Buch zuletzt vorgelesen hat. Aber ich habe es einfach so geliebt, dass sich dieser Spruch in meinen Kopf eingebrannt hat.
Und unzählige Male habe ich in den letzten Jahren Müttern das Buch empfohlen. Weil es einfach kein besseres Buch gibt, um Kindern die Angst vorm Einschlafen zu nehmen.
Das Buch (geschrieben von Michael Ende) ist und bleibt einfach klasse.

Meinem Sohn haben wir schon oft vom Traumfresserchen erzählt, gelesen hatten wir das Buch aber noch nie. Die meisten Bücher aus meiner Kindheit (und der meiner Geschwister) stehen bei meinem Sohn im Zimmer, aber unsere Lieblingsbücher hat Mama bei sich aufbewahrt. Aber nun wollte der Kleine das Buch unbedingt auch mal vorgelesen bekommen, also musste Mama auf den Speicher und das Buch holen.

Und als sie wiederkam, hat sie vorgeschlagen, uns das Buch vorzulesen.
Das war so unglaublich schön. Wir hatten beide Tränen in den Augen und der Kleine hat ganz gebannt gelauscht. Soo schön!

Und das allerschönste ist:
Beim ins Bett gehen gerade hat er mir den Traumfresserchen-Spruch vorgesagt. Er kann ihn (mit kleinen Texthängern) auch schon!
Ein Stück meiner Kindheit ist gerade wieder aufgelebt. Danke, Mama!

(und ich brauche jetzt ein Taschentuch, ich kann vor lauter Tränen schon nichts mehr sehen… <3)