Vom kleinen Ritter Sturkopf und dem Babystückchen

Der kleine Ritter Sturkopf war heute mit seiner Mama, der Prinzessin Pummelbienchen, zum Kaffee bei der Königin, seiner Oma, eingeladen. Also eigentlich natürlich zu Sprudelwasser und Kuchen, denn kleine Ritter trinken ja keinen Kaffee.

Aber leider hatte der kleine Ritter mit Schokokuchen gerechnet, die Königin hatte aber Mandarinen-Joghurtkuchen gemacht. “Jetzt hast du ausgerechnet den EINZIGEN Kuchen gemacht, den ich gaaaaaar nicht mag!” rief der kleine Ritter entsetzt. Und obwohl die Königin sagte, diesen Kuchen habe sie noch nie gemacht, wollte der kleine Ritter nun wirklich nichts davon essen.

Nun hatte die Prinzessin aber eine Abmachung mit dem kleinen Ritter, dass alles immer probiert werden muss, bevor man sagt, dass man etwas nicht mag. Also musste der kleine Ritter wohl oder übel ein winzigkleines Stückchen Mandarinen-Joghurtkuchen probieren.
Mit einem angeekelten Gesichtsausdruck ließ er sich die Gabel in den Mund schieben, kaute 2 oder 3 mal missmutig, um das Kuchenstück dann herunterzuschlucken und laut “Bäääh” zu rufen.

Schade, dachte die Prinzessin. Nur, weil der kleine Ritter motzig war, dass es keinen Schokokuchen gab und er dadurch den Mandarinenkuchen von vornherein blöd fand, konnte er ihm jetzt nicht schmecken. Hätte er richtig probiert und… ach ja, lassen wir das, das führt ja zu nichts.

Dann kam allerdings die Prinzessin Tanzmaus, die Tante des kleinen Ritters zum Tisch und weil schon alle abgeschnittenen Kuchenstücke aufgegessen waren, musste sie sich ein Messer holen und ein neues Stück abschneiden.
Dabei schnitt sie einfach so für den kleinen Ritter ein Stückchen mit ab. Ein Babystückchen, hauchdünn. “Guck mal, kleiner Ritter, ein Babystückchen, nur für dich, ist das nicht toll?” Strahlend nahm der kleine Ritter sein ganz eigenes Kuchenstück und steckte es in seinen Mund. “Hmmm, leeecker!”, schmatzte er.
“Und jetzt noch ein Kindergartenkind-Stück?” fragte die Tante? “Auja” erwiderte der kleine Ritter und auf die Frage, ob es denn ein großes Kindergartenkind oder ein kleines Kindergartenkind sei, sagte er schnell “ein groooooßes!”

Also schnitt die Tante ein großes Kindergartenkind-Stück ab.
Man hätte meinen können, das sei ein ganz normales Stück gewesen. Aber nein, niemals, es war ein ganz besonderes Kindergartenkind-Stück, extra nur für den kleinen Ritter.

Und das schmeckte natürlich tausendmal besser als das Mamastück, was er vorher probieren mussste. Ist ja klar, oder!?

Loslassen



Dich, mich, uns.
Was auch immer “uns” ist. War.
Wird? Nein, bestimmt nicht.

Wie ein Boomerang, immer wieder.
Wirf mich weg, ich komme zurück.
Egal, wie weit du geworfen hast.
Es könnte ja sein, dass du mich irgendwann auffangen willst.

Ich kann nicht loslassen.
Ich kann nur versuchen, still um dich rumzufliegen.
Ohne dir zur Last zu fallen.
Und ohne selbst zu hart zu landen.

Weich landen?
Als ob ich das könnte.
Nur bei dir wäre die Landung sanft.
Wenn du mich auffängst. Und nicht loslässt.


(Bild von hier)

Baby-Alarm!

Nee, nicht bei mir, keine Sorge.
Nur überall sonst. Die Twitter-Timeline ist voll davon, die Werbung sowieso und alle Kindergartenfreunde des Kleinen bekommen grad kleine Geschwister.

Heute war ein Vortrag im Kindergarten, eine Mutter war mit Kind da. Johanna, 7 Monate.
Und während des ganzen Vortrags hat sie mit ihrer Rassel gespielt und gebrummt. Also, so wie Babys mit 7 Monaten halt brummen, so süß. Und gegluckst. Und gelacht. Und “Hmmmm” gemacht, bei jedem Löffelchen Brei, den sie bekommen hat.

Und dann lag sie auf dem Bauch, hat sich auf die Arme hochgestemmt und plötzlich kurz auch auf die Knie. Und die Mama damit total schockiert, weil sie das noch nie vorher gemacht hat.

Und mich fast zum Heulen gebracht, weil mich das so gerührt hat, dabei zu sein, als sie die ersten Krabbelversuche gestartet hat.

Und weil ich so gerne auch noch mal das alles miterleben würde.
Noch mal erleben können, wie ein kleines Leben entsteht und sich entwickelt.
Und zusehen, wie der große Bruder das alles erlebt. In nem Alter, wo er noch irgendwann ein Freund werden kann für das Geschwisterchen. Nicht, wenn er schon in der Pubertät ist und dann eher ein dritter Elternteil ist.

Wie gut, dass mir der Mann dafür fehlt. Sonst könnte ich glatt vergessen, wie bescheuert es jetzt wäre, noch mal schwanger zu werden. Ohne abgeschlossenes Studium, in der kleinen Wohnung, ohne Geld.

Aber ein bisschen wünschen und träumen darf man ja noch. Und ein paar Tränen vergießen, weil es eben nicht sein kann.

Und sich darüber freuen, dass man mit dem 5jährigen längst nicht mehr so viel Stress hat wie mit nem Baby. Und schon mal wieder ab und zu was alleine unternehmen kann.
Positiv denken.