Muss ich das verstehen?

Zur Uni fahren heißt für mich: 55 Minuten unterwegs sein, 3 mal umsteigen (jaja, Köln ist groß in wir sind schlecht angebunden), Musik auf den Ohren haben und entweder vor mich hinträumen oder was für die Uni lesen. Also: keine nervigen Ex-Klassenkameraden treffen (klappt leider in der letzten Zeit weniger gut), keinen betrunkenen Pennern beim lamentieren zuhören müssen und nicht angequatscht werden.

Dass das manchmal anders verläuft, ist natürlich klar.

Heute Morgen, in der 3 auf dem Weg zum Friesenplatz (2. Mal umsteigen), höre ich dumpfes Gemurmel neben mir. Ich drehe mich um, nehme die Kopfhörer aus den Ohren und frage den Mann, der sich gerade neben mich gesetzt hat, ob er noch mal wiederholen könne, was er gesagt hat. Er möchte wissen, ob die Bahn zum Neumarkt fährt. Ja, tut sie, noch 4 Haltestellen bis Neumarkt. Mein Sitznachbar bedankt sich für die Information, ich stecke mir die Kopfhörer in die Ohren und drehe meinen Kopf wieder Richtung Fenster, weg von den roten Haaren neben mir (ja, ich habe eine Aversion gegen rote Haare – allerdings nur bei Männern, bei Frauen finde ich das unglaublich heiß, keine Ahnung, warum).

2 Haltestellen später, Friesenplatz, ich muss raus. Dafür müsste der Kerl neben mir mich rauslassen. Folgender Dialog entsteht:
Er: Müssen Sie auch hier raus?
Ich: Äh ja, das hier ist aber Friesenplatz.
Er: Ja, das weiß ich, ich muss auch hier raus.
Ich: Neumarkt ist aber 2 Stationen weiter.
Er: Ich muss aber am Friesenplatz raus, deshalb habe ich gefragt, ob die Bahn über Neumarkt fährt.

Mittlerweile hat die Bahn angehalten, ich gehe runter zur 12/15, er verschwindet irgendwo auf dem Bahnsteig.

Warum er nicht gleich gefragt hat, ob die Bahn bis Friesenplatz fährt, wird wohl sein Geheimnis bleiben…

“Mama, da fährt ein Haus!”

Heute, 11 Uhr in Köln-Bocklemünd, folgendes Bild:

Es ist eine Straßenbahn. Und nicht eine, die irgendwo zu Ausstellungszwecken steht, sondern ein ganz normaler Wagon, der heute als Linie 3 von Bocklemünd bis irgendwo auf die andere Seite fuhr.
Es scheint wohl die neue Werbung von RheinEnergie zu sein, ich finde es jedenfalls genial!
Mein Sohn war auch total begeistert, dass wir in einem Haus durch Köln gefahren sind…

Zuhause habe ich mir dann den Spaß erlaubt, allen das Bild zu zeigen und nur zu sagen: “Guck mal, was ist das?” Meiner Mutter hat es mein Sohn dann gesteckt, weil er zu ungeduldig war. Meinem Bruder habe ich irgendwann gesagt, er soll doch mal auf die Türen gucken, dann ist er darauf gekommen, dass es eine Bahn ist. Meine Schwestern haben das Bild zusammen angeguckt, irgendwann kam die kleine dann darauf, dass das kein Haus ist, sondern irgendwo draufgemalt, weil man eine Linie sehen konnte und die andere Schwester erkannte dann an dem Pfeiler vorne im Bild, dass es eine Straßenbahn sein muss. :D

So eine Werbeaktion finde ich ja mal so richtig gelungen!

Kleine Kinder – große Sorgen!

Dass mit meinem Kleinen was nicht stimmte, merkte ich schon, als ich nach Hause kam. Er war so still, gar nicht so aufgedreht wie sonst.
Beim Essen starrte er dann plötzlich lange in die Luft, war überhaupt ganz still und hat nur einmal in seinen Keks gebissen. DAS war dann wirklich beunruhigend, eigentlich kann dieses Kind nämlich den ganzen Tag durch essen…
Aber auf Nachfragen sagte er nichts.
Als er dann aber beim Lego spielen fast in Tränen ausbrach, als ich es nicht schaffte, zwei kleine Platten auseinanderzumachen, schnappte ich ihn mir und fragte noch einmal genauer nach…

Er hatte “gekämpft” im Kindergarten. Gegen Jan. Und er hatte verloren, zwei mal. “Und deshalb bist du jetzt so traurig?” – “Ja! Ich wollte so gerne auch mal gewinnen, aber es hat einfach nicht geklappt!”

Es war einiges an Überzeugungsarbeit notwendig, bis er mir glaubte, dass es nicht das wichtigste im Leben ist, gegen ein 2 Jahre älteres Kind zu gewinnen… Und er tat mir furchtbar leid…
Aber nach 10 Minuten gut Zureden, wollte er gerne einen Keks essen. :-) Alles wieder okay, Lebenskrise abgewendet.

Aber so leicht können vermeintliche Nichtigkeiten einen ganzen Tag kaputt machen. Nicht nur bei kleinen Kindern.

Euch allen einen schönen Rest-Tag, lasst ihn euch nicht von ach so coolen Jans kaputt machen… ;-)

An den Herrn Kardinalstaatssekretär…

Herr Bertone,

ich bin bestimmt die 13297., die heute irgendwas zu Ihren netten Äußerungen sagt, aber ich tu es trotzdem. Ich, 21, Studentin der katholischen Theologie auf Lehramt, Messdienerin, Ansprechpartnerin für die KjG in der Gemeinde, Vorsitzende der Leiterrunde für die Jugendarbeit und Mitglied im Ortsausschuss des Pfarrgemeinderats. Ja, ich bin wohl ziemlich katholisch, würden die meisten Menschen sagen. Katholisch erzogen, schon immer mit den Eltern mit in die Kirche gegangen, bei allen möglichen Gemeindeaktionen dabei und jetzt auf dem Weg, später mal Kindern ihre Religion näher zu bringen.
Joa, ziemlich katholisch.

Und genau deswegen will ich jetzt auch mal was sagen.
Jetzt sind also die Schwulen für die Missbrauchsfälle in der Kirche verantwortlich. Aha. Interessant.
Der Heilige Vater hatte doch in seinem Hirtenbrief noch den “schnelllebigen sozialen Wandel” und die Tatsache, dass den Priestern Zeit für Besinnung und Gebet fehlt, als Ursache erklärt!?

Da haben Sie sich wohl mal wieder nicht vernünftig abgesprochen, aber das war ja noch nie Ihre Stärke.

Aber zurück zum Thema: “Viele Psychologen und Psychiater haben nachgewiesen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Zölibat und der Pädophilie gibt, aber viele andere haben gezeigt und mir kürzlich versichert, dass ein Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie besteht. Das ist die Wahrheit, und das ist das Problem”.
Was waren das denn für Psychologen? An der Universität des Opus Dei studiert? Gar nicht studiert? Erfunden? Von wem, von Ihnen?

Ist mir eigentlich egal, aber dass Sie das so erwähnen, ist mir nicht egal. Die ganze Welt schreit, dass die gestörte Sexualmoral der katholischen Kirche verantwortlich ist und Sie suchen nach einem, auf den sie die Schuld schieben können. Und was kommt Ihnen da in den Sinn? Na wunderbar, die bösen Schwulen mal wieder… (Ich habe es soooo satt und dazu kommt auch noch ein Blogeintrag, irgendwann bald)

Okay, gehen wir mal auf den Punkt “Wer ist Schuld” ein.
Die meisten Menschen sagen, der Zölibat sei Schuld.
Ich sehe das ein wenig anders. Die Tatsache, dass Priester ihre sexuellen Bedürfnisse nicht ausleben können, als Grund dafür, dass sie sich dann an Kindern vergehen, anzunehmen, ist zu einfach. Und nicht plausibel. Ein Kölner Priester könnte ganz einfach nach Paderborn in ein Bordell fahren seine sexuellen Bedürfnisse da mit irgendwem befriedigen. Die Gefahr, dass das rauskommt, dürfte wesentlich geringer sein, als wenn er sich an einem Kind in der Gemeinde vergeht.
DASS die sexuelle Enthaltsamkeit erst eine krankhafte Neigung bedingt, halte ich auch für wenig plausibel.

Was ich allerdings für durchaus logisch halte ist, dass der Zölibat dafür verantwortlich ist, dass prozentual viele Männer mit einer gestörten Sexualität in den Priesterdienst eintreten. Denn die wenigsten “normalen” Männer können sich vorstellen, ihr ganzes Leben ohne eine Frau (oder einen Mann) an ihrer Seite zu verbringen, niemals die Möglichkeit zu haben, wirklich zu lieben und geliebt zu werden.
Und wenn diese Männer mit ihrem gestörten Verhalten zu Sex dann erst mal Priester sind, dann haben sie niemanden, an den sie sich mit ihren Problemen wenden können. Weil das Thema Körperliche Liebe in der Kirche totgeschwiegen wird. Sex ist dazu da, innerhalb einer vor Gott geschlossenen Ehe, Kinder zu zeugen. Alles andere ist unkeusch.
Da liegt das Problem. Und darin, dass sich die Täter nahezu sicher sein können, dass ihr Verhalten so gut wie keine Konsequenzen haben wird, weil die Kirche seit jeher alles daran gesetzt hat, alle negativen Schlagzeilen zu vertuschen.

Daran muss sich etwas ändern! An der Situation IN der Kirche! An der Sexualmoral der Kirche. Es kann auch nicht sein, dass mit Bibelstellen argumentiert wird, die Jahrhunderte alt sind, während andere Bibelstellen, die der Kirche so nicht in den Kram passen, längst nicht mehr so eng gesehen werden, weil gesagt wird, dass das nur da so steht, weil die Menschen damals andere Vorstellungen hatten.

Und vor allem muss die Kirche wieder glaubwürdiger werden.

Ich werde mich jedenfalls dafür einsetzen, ob es Ihnen passt oder nicht.
Und das ist mittlerweile so ziemlich der einzige Grund, warum ich trotz all dem Müll, den Sie und ihre Kollegen in der Kurie da verzapfen, noch Religionslehrerin werden will. Ich möchte den Kindern die Grundlagen des Glaubens näher bringen. Und was ist das wichtigste Gebot!? Ja genau, danke. Vielleicht gucken Sie sich das auch noch mal an, ehe Sie mal wieder über die Schwulen hetzen.

Mit freundlichen extrem schlecht gelaunten Grüßen,
Vera

Mama, ich heirate dich!

Kids Hochzeit

Jaja, das ist ein Jungs-Problem. Mädchen wollen nicht ihre Väter heiraten. Und auch nicht ihre Mütter. Aber kleine Jungs wollen Mama heiraten. Und da bringt man sie auch nicht so leicht von ab.

Gespräch beim Abendessen:

Er: Mama, ich hab dich soooooo lieb, ich will dich heiraten!
Ich: Nee, das geht aber nicht, du kannst ja nicht deine Mama heiraten.
Er: Ich will aber! Und dann können wir ein Baby haben…
Ich: Das geht aber nicht, du kannst niemanden aus deiner Familie heiraten.
Er: Das ist aber doof…
Ich: Aber du kannst vielleicht die Jasmin heiraten.
Er: Die ist doch noch ein Baby!
Ich: Na komm, die ist kaum jünger als du. Aber die Emily, die ist älter als du, die kannst du heiraten.
Er: Nein, die ist doof, die mag ich nicht.
Ich: Hmm, du findest schon noch ein Mädchen, dass du heiraten willst…
Er: Nein, ich heirate einen Mann!
Ich: Ääähm ookay, dann kannst du den Nils heiraten.
Er: Okay, ich heirate den Nils.
Ich: Das wird dann aber nix mit Babys…
Er: Hmm… *aufleuchtendes Gesicht* Dann heirate ich DICH, Mama!!! *strahl* Sobald ich groß bin, komm ich zu dir und heirate dich!
Ich: *seufz* Okay, ich gebs auf…

Irgendwann kommt das Alter, wo er entsetzt protestieren wird, wenn ihm jemand sagt, dass er mit 4 Jahren seine Mama heiraten wollte. :)

Bild: 1001hochzeiten.de